Marketing

Hilfe, mein Unternehmen hat (noch) keinen Corporate Podcast!

Menschen hören Unternehmenspodcasts – über diese Erkenntnis, und darüber, wie wir sie fürs Marketing nutzen können, habe ich auf dem #nuedigital 2022 einen Vortrag gehalten. Meine ganz persönliche Überraschung: Menschen hören Menschen zu, die Unternehmenspodcasts hören (und machen)! Nach kurzweiligen 90 Minuten stand für die meisten Besucherinnen und Besucher fest: Jedes Unternehmen hat spannende Geschichten zu erzählen; und wem das besonders gut gelingt, wird mit digitaler Hörbarkeit, der Aufmerksamkeit einer interessanten Zielgruppe und extrem positiver Außenwirkung belohnt!

26. Juli 2022

geschrieben von:

Hi. Ich bin Jürgen, und ich bin ein Corporate Storyteller – ich spüre interessante Geschichten rund ums Unternehmen auf, bringe sie in Form und trage sie nach außen. Keine Sorge, nicht jedes Unternehmen, das einen Podcast starten möchte, braucht jemanden wie mich (es schadet aber auch nicht). Oft musst du nur ein paar motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden, die sich des Themas annehmen wollen. Zur Not kannst du Moderation und Redaktion von außen einkaufen, hierbei ist allerdings etwas Vorsicht geboten ist. Warum? Das siehst du dir in der Session-Aufzeichnung am besten selbst noch einmal an:

10 Tipps für den Erfolg (d)eines Unternehmens-Podcasts

Ich halte dir hier kurz noch einmal die 10 Ratschläge fest, die ich jedem und jeder für geplante Unternehmens-Podcast-Projekte mit auf den Weg gebe. Bitte nimm sie lediglich als Vorschläge von jemandem, der mit dem Thema Erfahrung hat; lass dir aber bloß nicht von wildfremden Typen im Internet einreden, was unumstößlich richtig™ oder falsch™ ist. Das entscheiden allein du und dein Publikum.

1. Kenn dein Publikum: Angeblich hören 17,5 Millionen Menschen in Deutschland Podcasts von Unternehmen – und die sind auch noch überdurchschnittlich kaufkräftig, gebildet und loyal.

2. Find das richtige Format: Nicht alles funktioniert mit allen, für alle oder in jedem Umfeld – besinn dich auf das, was du produzieren kannst, was deine Botschaft am besten transportiert und womit du deine Zielgruppe erreichst.
 
3. Hol dir die richtigen Leute: Externe Unterstützung ist okay, interne Unterstützung unerlässlich.
 
4. Bleib authentisch: Versuch nicht, etwas auszustrahlen, wofür du oder dein Unternehmen nicht steht – das fällt schneller auf, als du denkst.
 
5. Sei lieber relevant als laut: Nimm deine Zielgruppe ernst und begegne ihr auf Augenhöhe, dann brauchst du auch keine Marktschreier-Taktiken oder astronomische Hörspiel-Budgets.
 
6. Sei mutig: Wenn Bestatter richtig gute und unterhaltsame Podcasts machen können, schaffst du es vielleicht auch, mal über Rückschläge und das Scheitern zu sprechen – das sind Themen, bei denen das Publikum andocken und etwas lernen kann.
 
7. Sei einzigartig und hab Spaß: Spaß zu haben, ist ansteckend.
 
7. Bleib hungrig: Hör auf das Feedback deines Publikums und versuch, jede Episode ein klein wenig besser zu machen als die vorherige.
 
8. Find deine Nische: Bei 2,5 Millionen Podcasts (davon circa 500.000 aktiv) ist es nicht leicht, aufzufallen – die gute Nachricht aber: Es reicht, für die richtigen Leute relevant zu sein; wer für die Zielgruppe „alle“ produziert, ist am Ende ziemlich sicher für niemanden relevant.
 
9. Hab realistische Ziele: Wahrscheinlich wird dein Podcast nicht nach einer Woche durch die Decke gehen, Downloadrekorde brechen und die Internetleitung in dein Rechenzentrum durchschmoren. Und das ist auch okay so. Schau dir lieber an, was dir ein Podcast für dein Kerngeschäft bringen kann, und hinterfrage regelmäßig, ob er genau das auch tut.
 
10. Überrasche: Unvorhergesehenes hält die Aufmerksamkeit deines Publikums hoch und sorgt dafür, dass sich deine Inhalte leichter einprägen. Ein Beispiel: Wenn ich Listen mit 10 Punkten ankündige, mache ich mir oft den Spaß, sie nicht mit 10 Punkten zu beenden. Dass ich zweimal den Punkt #7 habe, hast du ja sicherlich bemerkt, oder?

Die empfohlenen Podcasts findest du als Liste hier, ich habe dir außerdem eine OPML-Datei gebastelt, mit der du die Podcasts direkt in deinen Podcatcher importierst.

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Darf’s noch ein bisschen mehr sein?

Kurz nach meiner Session ging übrigens ein interessanter Artikel zum Thema Corporate Podcasts bei den Podstars online: Leseempfehlung! Darin fand ich vor allem eine Zahl spannend: 37 Prozent der Hörerinnen und Hörer haben, nachdem sie einen gebrandeten Podcast gehört haben, die Webseite des zugehörigen Unternehmens besucht … und 20 Prozent haben sich mit Freunden über die Marke unterhalten. Ich glaube, ich wiederhole mich – aber nur noch einmal, um sicherzugehen: Menschen hören Unternehmenspodcasts!

In diesem Sinne: Wir hören uns.

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26. Juli 2022

geschrieben von:

Jürgen Krauß
Jürgen Kauß

Über die Autorin oder den Autor:

Als Texter, Podcaster und Online-Marketer findet man Jürgen sowohl vor als auch hinter den Kulissen, wenn es um unsere Außenkommunikation geht. Der Beinahe-Digital-Native treibt außerdem die Themen Personal Branding und Corporate Influencing voran. Mehr über Jürgen.