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Der POS auf der Jagd nach Instagram-Reichweite | Mind Lab Connect #5

Wenn Peter Mestel sich als „Head of Social Media as a Service“ vorstellt, wirft das Fragen auf. Damit demonstriert er gleich zu Beginn die wichtigste Regel erfolgreichen Social-Media-Marketings: Mach die Leute auf dich aufmerksam – und das schon bei der erstbesten Gelegenheit. Der Impulsgeber des 5. Mind Lab Connect kommt also sehr schnell zur Sache – und trifft damit exakt den Spirit der Veranstaltung: Die Besucherinnen und Besucher sollen in nur 60 Minuten so viele Impulse, Erkenntnisse und Antworten mitnehmen wie nur möglich. Dieses Mal rund um die Frage: Wie erhöhe ich auf Instagram meine Reichweite und die meiner POS?

03. Juni 2022

geschrieben von:

 Unsere Kundinnen und Kunden stecken oft in komplexen „Markenzentrale mit vielen angeschlossenen, aber dezentral organisierten Vertriebspartnern“-Szenarien. Da ist es nicht einfach, alle Beteiligten stets so mit Inhalten zu versorgen, dass sie selbst in sozialen Netzwerken im Sinne der Marke aktiv werden können. Peter Mestel kennt diese Herausforderung – er kennt aber auch Instagram und die Faktoren, die dort für hohe Reichweiten sorgen. Eines müsse man dafür unbedingt verstehen, sagt er: Instagram sei längst keine Fotoplattform mehr.

„We are no longer a photo-sharing app.“
– Head of Instagram, Adam Mosseri (2021)

Es war einmal … eine Fotoplattform

Instagram mag früher mal ein Schnappschussnetzwerk gewesen sein, heute kann es passieren, dass manchen Accounts zwischen all den Videos, Storys und Reels ab und zu mal ein Foto durchrutscht. Viele Marketerinnen und Marketer haben sich darauf aber noch nicht eingeschossen – und setzen auch im Jahr 2022 noch auf Konzepte, die von einem Insta-Feed mit statischen Bildern und Follower-Mechaniken aus dem letzten Jahrzehnt ausgehen. Die Welt heute? Deutlich komplexer.

Bewegtbild ist das neue(?) heiße Ding, und Nutzerinnen und Nutzer tummeln sich nicht mehr nur auf Instagram, sondern zum Beispiel auch auf TikTok. „TikTok ist geil“, sagt Peter, „aber nicht social“. Wo Facebook das mit den Freundschaftsalgorithmen quasi erfunden hat, ist TikTok eher wie Spotify: voller kurzer Multimediasnacks, das aber in Endlossschleife – wirklich eng verbunden fühlen sich die Nutzenden mit den Kreativschaffenden dort aber nicht. Auch das sollten wir Marketer auf dem Zettel haben.

Die drei Marketingziele nach Mestel

Egal, wie viel komplexer die Social-Welt in den letzten 10 Jahren geworden ist – im Marketing verfolgen wir immer dieselben drei Ziele:

  • Awareness: Wir wollen Aufmerksamkeit erhaschen – so, wie wir es von der klassischen Werbung™ her kennen.
  • Leads: Wir wollen Kontakte einsammeln, um den Verkauf vorzubereiten.
  • Conversion: Wir wollen direkt Produkte oder Dienstleistungen verkaufen, die Leute also in einen Online-Shop durchreichen.

Dabei können wir Leads und Conversions innerhalb der sozialen Netzwerke lediglich vorbereiten, aber nie zu Ende bringen; weil wir dort nicht den Endpunkt kontrollieren. Fans, Followerinnen und Follower müssten dafür an irgendeinem Punkt die behütete Umgebung ihres Social-Streams verlassen und auf meine Unternehmenswebseite kommen. Wir sparen uns also viel Zeit und Mühe in der Marketingarbeit, wenn wir unsere Social-Aktivitäten ausschließlich auf das Ziel Awareness hin ausrichten. Und wie wir die Algorithmen dazu bewegen, dass mehr Instagram-Nutzende sich unserer Beiträge „aware“ werden, dafür hat Peter einen überraschenden Kniff: Text.

Viel Text hilft viel.

Menschen lesen. Sogar in einem sozialen Netzwerk wie Instagram. Das erhöht die Verweildauer auf einzelnen Posts und signalisiert dem Algorithmus, dass der Inhalt besonders interessant sei – was in der Folge dazu führt, dass der Beitrag häufiger ausgespielt wird. Ähnlich funktioniert horizontales Storytelling: Nahezu jedes Social Network hat einen Bilder-Slider oder eine Galerie, die sich prima nutzen lassen, um Geschichten (oder wenigstens aufeinander aufbauende Informationen und Botschaften) spannend zu präsentieren. Auch hier gilt: Je länger die Nutzenden bleiben und je mehr sie weiterklicken, desto relevanter wird der Content eingestuft. Reichweite allein ist billig zu haben, Relevanz ist der Schlüssel, sie dann auch sinnvoll zu nutzen.

Online-Marketing für den Point of Sale

Bei unseren Kundinnen und Kunden geht es oft um die Frage, wie sie ihre Partnerunternehmen am Point of Sale aktivieren, deshalb kam in der Nachspielzeit des 5. Mind Lab Connect die Frage auf, wie zentrale Marken bestmöglich Inhalte für ihre POS vorbereiten. Auch hierzu hat Peter Mestel einen praktischen Tipp: Die Marke bringt das Vertrauen mit in jede Anzeige ein – der Partner am POS sollte darauf aufbauen und es um den persönlichen Kontakt erweitern. Mit anderen Worten: dem Markenversprechen den „Nasenfaktor“ hinzufügen. „Nutz echte, glaubwürdige Protagonisten“, empfiehlt Mestel weiter. Denn nur die sind nah und authentisch. In der datengetriebenen Welt, in der wir heute leben, sind persönliche Streiflichter und Alltagsthemen im lokalen Marketing viel überzeugender als jede Hochglanzkampagne aus der Markenzentrale. „Document. Don’t create.“, sagte auch Marketingikone Gary Vaynerchuk einst; frei übersetzt heißt das etwa: Kreiere keinen Content, sondern gib Einblick in deinen Alltag.

Alles hat ein Ende

In den 60 Minuten Mind Lab Connect sprudeln aus Peter viel mehr praktische Tipps heraus, als wir hier aufschrieben könnten – und am Ende ist allen Anwesenden auch klar, was ein „Head of Social Media as a Service“ eigentlich macht: Er inspiriert, indem er die komplizierten, sich ständig verändernden Mechaniken in den sozialen Netzwerken im Auge behält und sie für Kundinnen und Kunden – oder aber für die Teilnehmenden des Mind Lab Connect – in verständliche, praktische Ratschläge übersetzt.

Klingt gut? Dann meld dich hier, um dich für einen Platz im nächsten Mind Lab Connect zu bewerben!

03. Juni 2022

geschrieben von:

Jürgen Krauß
Jürgen Kauß

Über die Autorin oder den Autor:

Als Texter, Podcaster und Online-Marketer findet man Jürgen sowohl vor als auch hinter den Kulissen, wenn es um unsere Außenkommunikation geht. Der Beinahe-Digital-Native treibt außerdem die Themen Personal Branding und Corporate Influencing voran. Mehr über Jürgen.