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20.
Mai
2020

Bessere Retros durch mehr Kontext

Wie systemische Analysen wertvolle Erkenntnisse bringen und die Zusammenarbeit verbessern 

Die „Retrospektive“ ist im agilen Umfeld eines der wertvollsten Bausteine für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Sie hat zum Ziel, aus der Vergangenheit zu lernen. Die Teammitglieder bewerten die bisherigen Schritte eines konkreten Projekts oder eines Zeitabschnitts und ermitteln Maßnahmen zur Verbesserung.  

Dieter, Coach bei BRANDAD Systems und nebenbei auch Consultant für Generationswechsel in Unternehmen, stellt uns heute ein neues Format für Retrospektiven vor. Auch außerhalb des agilen Umfelds bietet sich diese Methode an, um in einem Meeting mal einen anderen Blick auf die Dinge zu werfen.  

BAS: Dieter, Du hast bei der Agile Open Fire, einem Treffen der agilen Szene in der Region, das Modell der „Systemischen Timeline-Analyse“ vorstellt. Um was geht es da genau? 

Dieter: Die Timeline-Analyse ist eine Methode, die in Retros einen Blick auf größere Zusammenhänge ermöglicht. In Retrospektiven wie sie aus dem Scrum bekannt sind, gibt es verschiedene Phasen, um letztendlich zu Verbesserungsmaßnahmen im Team oder im Prozess zu kommen.  

 Phasen der Retro

(5 Retro-Phasen nach Derby/Larsen / Quelle: www.thinkagile.de)  

Die erste Phase beschreibt immer das Ankommen, den Einstieg. Dann kommt die Phase, um Themen oder Daten zu sammeln.  

Eine Methode, die ich dabei immer sehr gerne verwende, um ein Gesamtbild zu bekommen ist diese Timeline. Also eine Zeitachse vom letzten Sprint bis heute. Oder wenn man nicht in Sprints arbeitet, sich den letzten Monat oder das letzte halbe Jahr anzusehen. Wir sammeln dann von jedem Teilnehmer die Ereignisse, die es in diesem Zeitraum gab.  

 Systemische Timeline

Welche Dinge sind positiv gelaufen? Welche Ereignisse waren eher negativ? Diese Ergebnisse werden mittels Klebezetteln auf einer Timeline platziert. Ziel ist es hier, als Team ein gemeinsames Bild über die vergangene Zeit zu bekommen.  

Im nächsten Schritt gilt es, daraus Erkenntnisse zu gewinnen. Die übliche Methode in Retros ist, Dinge die themenmäßig zusammengehören, zu clustern. Dann wird priorisiert, um das Thema zu favorisieren.  

Bei der Systemischen Timeline-Methode geht es aber nicht ums clustern und priorisieren, sondern darauf zu schauen, welche Ereignisse zusammenhängen.  

BAS: Die Zusammenhänge versucht man dann auch mit Klebezetteln zu visualisieren oder wie sieht das dann aus? 

Dieter: Nein, das ganze wird mit Pfeilen zwischen den Ereigniszetteln skizziert. Neue Klebezettel kommen dann dazu, wenn diese Sicht der Zusammenhänge dazu führt, dass man feststellt, dass bestimmte Ereignisse noch am Board fehlen. Man kann mit dieser Methode sehr gut lokalisieren, wo es Ursache- und Wirkungszusammenhänge gibt. Das ist die Vorstufe zum systemischen Betrachten. Systemisch heißt ja Zusammenhänge zwischen den Ereignissen herzustellen, speziell auch um solche, die über das einfache Ursache-Wirkungs-Schema hinaus gehen. Das sind dann z.B. Rückkopplungsschleifen. 

BAS: Wie war das Feedback zu Deiner Methode?  

Dieter: Großartig! Im Haus habe ich das bei verschiedenen Teams getestet und das Feedback war durchwegs positiv. Deshalb habe ich es auch als Methode bei der agile Open Fire vorgestellt, und auch dort nur sehr interessierte Rückmeldungen bekommen. Inzwischen habe ich es auch bei uns im Haus verankert und die Coaches probieren diese Methode in ihren Teams aus.  

BAS: Danke Dieter für das Vorstellen dieser Methode. Weitere gute Ideen findet Ihr u.a. im Retromat. Viel Erfolg beim Ausprobieren! 

 https://retromat.org/de/ 

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